2022

Sonnenaufgang auf dem Chiemsee

Zu Beginn der Heißwetterphase hatten Claudia und Andreas die Idee mal nicht in den Sonnenuntergang zu paddeln sondern sehr früh aufzustehen und den Sonnenaufgang in aller Ruhe auf dem See zu erleben.

Um 4:45 aufstehen hieß es also am 03.08.2022 um spätestens um 5:30 mit dem Kanu starten zu können, denn die Sonne ging in Chieming um 5:48 Uhr auf.

Alles hat planmäßig geklappt und beide waren pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem See. Was für eine Ruhe, keine Segler, kein Motorlärm, fast kein Wind. Nicht mal Angler waren zu dieser Zeit unterwegs.

So konnte man in aller Ruhe die aufgehende und wärmer werdende Sonne genießen. Denn zu Beginn zeigte das Thermometer noch 13 Grad an. Das war in diesem Sommer ungewöhnlich aber begründet durch die geringe Luftfeuchtigkeit in diesem Sommer, was auch zu vielen Waldbränden in Deutschland führte.

Als beide in Chieming am Dampfersteg ankamen hatte es gefühlt bestimmt schon 20 Grad. Ziel war nun die Bäckerei Stumhofer in Chieming die bereits um 6 Uhr öffnete und ein wunderbaren Wintergarten als Cafe-Bereich hatte. So kann der Tag doch toll beginnen, einfach mal schnell zum Frühstück nach Chieming paddeln.

Auf dem Rückweg wurde noch an der Karpfenwand halt gemacht, die zu diesem sehr niedrigen Wasserstand von nur 58 cm (Seebruck) ihre Felsblöcke fast durch die Chiemseeoberfläche streckte.

Alles in allem eine gelungene Aktion die man nur weiterempfehlen kann.

Die Alz flussaufwärts mit dem Outrigger

Am 03.07.2022 hatten spontan Martin und Andreas die Idee von Schützing über Seebruck die Alz hinunter bis nach Truchtlaching zu paddeln. Es war das erste Wochenende um die obere Alz legal befahren zu dürfen. Demensprechend viel war auch los.

Der Wasserstand war gerade ausreichend um nicht oft mit dem Grund in Berührung zu kommen. Und fall das absehbar war wurde natürlich ausgestiegen und das Boot getragen.

Im Zeitrafferfilm ist erkennbar wie viele Schlauchboote mit Freizeitpaddlern unterwegs waren. Sogar die Polizei war auf dem Wasser unterwegs und hat uns quasi in Truchtlaching direkt am Steg „in Empfang genommen“. Sehr nette Polizisten die uns ganz neugierig über das Kanu ausfragten.

Eine obligatorische Pause am „Truchtlinger“-Strandbad musste natürlich sein und dann ging es auch schon wieder zurück.

Und genau das war die besondere Herausforderung. Wie und welche Route paddelt man am besten und kräfteschonendsten zurück. Es hat sich herausgestellt, dass v.a. die Kurveninnenseiten wenig Strömung hatten. Das ständige Wechseln der Seiten kostete dagegen besonders viel Energie. Deswegen war ein Kompromiss zu finden um insgesamt mit minimaler Energie bis nach Seebruck zurück zu kommen. Unsere Strategie war schließlich, immer in ca. 1,5 Meter Entfernung am rechten Ufer entlang (am Ufer ist die Strömung auch geringer als mitten im Fluss) zu paddeln und jede Gelegenheit im Kehrwasser für eine Erhohlungspause zu nutzen.

So brauchten wir flussabwärts ca. 20 Minuten und flussaufwärts eine Stunde und 20 Minuten. Insgesamt waren es 23 Kilometer.

Eine interessante Herausforderung, wie wir finden, die man gern wiederholen kann.

Vollmondausfahrt 2022 die Zweite

Weil der Sommer dieses Jahr bisher so trocken und heiß ausfällt nutzten einige Vereinsmitglieder die Gelegenheit gleich ein zweites Mal. Nach den Shutdowns der Corona-Pandemie und der Jahre davor, in denen diese Aktion immer in die Wolken oder den Regen fiel ist es für den Paddelsport diesmal tatsächlich Glück gleich zwei mal in Folge bei Vollmond unterwegs sein zu können, diesmal einen Tag vor Vollmond, da der Mond eine Stunde früher aufgeht und die Ausfahrt unter der Woche stattfand, wo die meisten Mitglieder am nächsten Tag arbeiten müssen.

Zu viert wurde wieder in Schützing diesmal mit dem V4 gestartet.

Ein kurzes Anpaddeln von ca. 15 Minuten dann legten wir schon die erste Pause ein, die natürlich bei diesen Temperaturen ideal zum Baden einlud. Ein Outrigger Canoe ist perfekt dafür gemacht mittem auf dem Wasser auszusteigen und wieder einzusteigen. Mit etwas Geschick, d.h. Schwung in den Stütz mit ausgestreckten Armen und einem anschließenden seitlichen Aufsetzen auf den Süllrand bzw. Sitz im Kanu, gelingt das Einsteigen fast immer, etwas Kraft in den Oberarmen vorausgesetzt.

Nach dieser erfrischenden Wasserpause ging es dann weiter Richtung seebrucker Liege- und Grillwiese. Auf dem Weg passierten wir ein ankerndes Segelboot. Gut dass Steffi über das Wasser so gut hören kann, denn uns wurde von hinten zugerufen, wir sollten umkehren, denn sie würden uns auf ein Bier einladen. Das ließen wir uns kein zweites Mal sagen. Was für nette Segler, obwohl natürlich die meisten Segler sowohl in Schützing am Liegeplatz als auch auf dem Wasser wirklich sehr freundlich und nett sind. Aber sowas ist uns bis jetzt noch nicht passiert. Also poke-stroke zur rechten Seite und gewendet. Toll, wir durften sogar wählen zwischen Radler oder Bier, was für ein Service. Ein echtes Bier aus Hamburg, also richtig seemännisch. Tolle und interessante Unterhaltungen und v.a. der ausführliche Bericht über das Erlebnis des krassen Sturms 2021 im August mitten auf dem See. Zig Segelschiffe sind umgekippt oder waren manövrierunfähig. Das war genau das starke Unwetter, das hier nördlich vom Chiemsee einige Wälder komplett abrasiert hat. Sogar im Garten von Vereinsmitgliedern sind Bäume umgerissen worden. Wie sich so ein Unwetter mitten auf dem See erlebt kann man sich gar nicht vorstellen. Was für eine Geschichte.

Wir tauschten dann noch Karten aus und luden die beiden natürlich zu einer Ausfahrt in unseren Kanus ein.

Dann ging es auch weiter, da die Sonne gerade am Untergehen war und wir diesen auch noch genießen wollten.

Angekommen in Seebruck an der Wiese stellten wir fest, dass der Gasthof Kupferschmiede bereits geschlossen hatte, aber der Kiosk davor noch offen hatte und man noch belegte Semmel und Bier problemlos bekommen konnte. Das war genau die richtige Pause. Es war bereits nach 22 Uhr und nach netten Unterhaltungen und einer kleinen Stärkung ging es dann zurück.

Diesmal war die Rückfahrt noch schöner als bei der ersten Vollmondausfahrt, denn die Temperatur war immer noch über 20 Grad, ganz im Gegensatz zu den 13 Grad davor. Das lud natürlich noch einmal zum Baden mitten im See ein. Das Wasser war jetzt gefühlt sogar etwas wärmer als die Luft.

Es ist einfach immer wieder ein unvergessliches Erlebnis dem Vollmond entgegen nach Süden übers Wasser zu paddeln. Kein Wind, keine Segler, einfach niemand außer uns auf dem Wasser.

Vielleicht klappt es ja heuer sogar ein drittes Mal. Wir werden sehen.

Paddeln in den Sonnenuntergang

Um die Sommersonnenwende herum sind einfach die schönsten Tage im Jahr, an denen man bei über 30 Grad abends auf dem Wasser noch bis nach Sonnenuntergang unterwegs sein kann. Nur noch wenige Stand-up-Paddler und fast keine Segler sind unterwegs. Das Wasser ist warm um auch noch nachts vom Kanu aus reinzuspringen.

Die Menschen, das Wasser, einfach die ganze Stimmung ist so relaxed und ruhig, sogar bei moderatem Ostwind von bestimmt 40 km/h. Man muss nur in ausreichender Nähe zum Ostufer bleiben.

Ein Tipp bei diesen Windverhältnissen ist es erst mal von Schützing Richtung Südosten nach Chieming zu paddeln und den auffrischenden Wind dann im Rücken zu nutzen um entspannt den Rückweg in den Sonnenuntergang geniesen zu können. Die Sonne geht nämlich zu dieser Jahreszeit im Nordosten unter, also von Chieming aus gesehen direkt hinter den Schützinger Klippen.

Obiges Bild is auf den Klippen vor der Karpfenwand aufgenommen. Ein Paddeln ist hier nicht möglich, da das Wasser extrem flach ist. Nur die kleinen Steinhügel auf denen sich abends die Möven niederlassen weisen auf diese Untiefe hin. Vorsicht ist geboten bei den Kanus mit langem Steuerruder. Der Wasserstand in Seebruck war bei 75 cm.

Karpfenwand im Luftbild

Vollmondausfahrt 2022

Spontan haben sich heuer einige Mitglieder zum Paddeln bei Vollmond entschieden. Das war das erste Mal seit Jahren, denn es hat die letzten Jahre jedes Mal entweder geregnet oder es war so bewölkt, sodass der Mond nicht zu sehen war.

Diesmal ging es nicht ein oder zwei Tage vor Vollmond los sondern direkt am Vollmondtag. Der Grund einen Tag vorher zu starten ist der Zeitpunkt des Mondaufgangs, da sich dieser von Tag zu Tag immer um eine Stunde nach hinten verschiebt. Am Tag des Vollmonds also am 14.06.2022 ging der Mond erst um 21:48 auf. Um einen schönen Vollmond am Himmel erleben zu können, sollte man erst nach ca. einer Stunde auf dem Wasser sein.

Gestartet wurde um 19 Uhr in aller Ruhe. 4 Teilnehmer verteilten sich auf zwei V1 und ein V2. Treffpunkt mit weiteren Migliedern und Freunden war die Grillwiese Seebruck.

Bei totaler Windstille war die Überfahrt mit Sonnenuntergang einfach traumhaft. Und das Picknick und Bier schmeckte so umso besser.

Deutlich war jedoch nach Sonnenuntergang die relativ niedrige Temperatur für die Jahreszeit von nur 13 Grad zu spüren. Deswegen sind wir dann auf zwei Gruppen wieder zurück gefahren. Der Mond war aber für beide Gruppen wunderbar zu sehen und es war wohl ein unvergessliches Erlebnis, wie man es selten auf dem Chiemsee erleben darf. Spiegelglatte Wasseroberfläche, absolute Ruhe und keine Boote weit und breit.

Ein paar auf Video festgehaltene Eindrücke kann man hier sehen:

In Zeitraffer aufgenommen
In normaler Geschwindigkeit aufgenommen

Für alle die es interessiert: Es ist eine 360 Grad Kamera (Insta 360 One X2) die an einem unsichtbaren Selfie-Stick (3 Meter) am Iaku montiert war. Der Selfie-Stick wird von der Kamerasoftware entfernt. Die Kameraschwenks passieren im Post-Production.

Ein absolut gelungener Abend, fanden alle die teilgenommen haben und einer Wiederholung steht bei entsprechender Wetterlage nichts entgegen.

Kanutransport in weiß

Am 2. April war es wieder soweit. Es war geplant drei V1 und einen V2 nach Schützing zu transportieren. Der zu reparierenden V4 wird nachgereicht, da noch eine Lage Farbe und Lack auf dem Ama fehlen. Der von Hemery mitgebrachte weiße V1 wird nach Schützing transportiert. Er hat momentan keine Steueranlage, da Martin und Hemery damit noch für die Weltmeisterschaft in London trainieren werden. Mehr dazu in einem Gesonderten Bericht. Der blaue V1 wird zu Hemery zum Training am Rinnsee transportiert. Wie immer wird der lange V2 bei Hemery aufs VW-Bus Dach geschnallt.

Das Team aus Hemery, Rainald, Robert, Martin und Andreas half wieder perfekt zusammen.

Trotz des Winters, der in seiner vollen Stärke wieder zurückgekehrt war (ca. 10 cm Neuschnee) konnten wir die Kanus nach Schützing transportieren. In Schützing erwartete uns jedoch eine komplett unbefahrbare Baustelle. Alles war voller Schlamm und Schneematsch. Es hätte kein Durchkommen bergab und schon gar nicht zurück bergauf gegeben. So parkten wir direkt auf der Terrasse von Herr Kirchmaier und trugen alle Teile händisch zum Kanuregal hinunter.

Nach ca. 2,5 Stunden war alles erledigt und wir wärmten uns zu 5. in Hemerys VW-Bus bei Kaffee und Lebkuchen auf. Ein passender Abschluss bei diesem Winterwetter wie wir alle fanden.

Wir hoffen, dass es demnächst dann auch ein Auftaktpaddeln geben kann, sobald das der Frühling zurückkehrt, denn 20 Grad hatten wir bereits diesen März, der trockenste März seit Beginn der kontinuierlichen Wetteraufzeichnung 1881.

Fotos gibts hier.

Webseite von Maleware befreit

Seit Jahren kämpft der Verein gegen Maleware auf der Webseite. Es war kein kritischer Schadcode, sondern nur Code der zur Weiterleitung auf irgendwelche Werbewebseiten führte. Mehrfach wurde in den vergangenen Jahren die Seite auf ein altes Backup zurückgespielt. Jedoch dauerte es lediglich Monate bis es erneut zu einem Durchbruch der Schadsoftware kam.

Recherchen (auch durch den ehemals befreundeten Nachbarverein) ergaben, dass man professionell die Seite bereinigen lassen könne für eine einmalige Gebühr von 200 Euro. Zusätzlich jedoch wurde empfohlen für weitere ca. 200 Euro zu einem vergünstigten Tarif eine professionelle Version eines Sicherheitsplugins zu erwerben (Wordfence).

Der Verein entschied sich jedoch vorerst dagegen, da danach auch nicht 100%ig sichergestellt ist, dass es dann zu keinen weiteren Angriffen kommt, zumal die Sicherheitsfirmen nicht genau benennen konnten, was genau sie bereinigen wollten.

Verschiedene konkrete Verbesserungsversuche wurden unternommen. Unter anderem wurden der Mitgliederbereich von einem Account-basierten in einen Passwort-basierten Zugang umgestellt. Mitglieder haben jetzt keinen Account mehr auf der Webseite, der bestimmte Rechte zur Folge hatte, sondern können mitgliederspezifische Informationen nur noch passwortgeschützt abrufen.

Es wurden verschiedene Sicherheitsplugins installiert.

Alle Bereiche die ein Eingabefeld erforderten wurden deaktiviert. Dazu zählten

  • die Kommentarfunktion bei Beiträgen
  • die Newsletteranmeldung
  • das Gästebuch
  • Der Loginbutton für die Mitglieder
  • Captcha-Feld beim Administrator-Login

Leider haben all diese Dinge nicht dazu geführt, dass die Schadsoftware keine Auswirkung mehr hatte. Sie war wohl schon so tief in der Webseite vergraben.

Ein schrittweises Ersetzen einzelner php/css Bausteine mit denen aus einem älteren backup hat ebenfalls nicht zur Behebung des Problems geführt. Die Weiterleitungen waren immer noch vorhanden. Erst das Ersetzen der mySQL-Datenbank entfernte die Weiterleitung. Damit war klar, dass die Schadsoftware in der Datenbank lokalisiert war.

Ein Durchsuchen und bereinigen der beschädigten Datenbank überforderte aber die Kenntnisse unseres Webmasters.

Erst durch einen Zufall, der offenbar auch auf einer verbesserten Darstellung des Backends des WordPress Content Management Systems, auf dem die Webseite des Vereins basiert, beruhte, kam es dazu, dass unser Admin-C die Schadsoftware lokalisieren konnte.

In dieser visuellen Darstellung (quasi live-Vorschau der Beiträge und Seiten) waren vor jeder Zeichenkette „and“ ein kleines Mediensymbol eingeblendet. Nach einem Umschalten in die code-basiert Darstellung konnte man die hinter diesem Mediensymbol hinterlegten Java-Skript Informationen erkennen. Dort war dann auch erkennbar, dass es sich um eine Weiterleitung an irgendwelche kryptischen fremden Seiten handelte, da diese niemals vom Administrator eingefügt wurden.

Manuell konnten somit in der visuellen Darstellung all diese Mediensymbole (seltsamerweise immer vor „and“) manuell gelöscht werden. Nahezu in jeder Seite und jedem Beitrag waren bis zu 50 solcher Weiterleitungen vorhanden.

Schnell wurde klar, wenn alle dieser Mediensymbole auf einer Seite oder einem Beitrag gelöscht waren, die Weiterleitung nicht mehr vorhanden war.

Somit und nach manuellem Bereinigen der inzwischen auf eine Anzahl von ca. 140 Seiten und Beiträge angewachsenen Webseite waren anschließend keine Weiterleitungen mehr zu erkennen.

Außerdem wurde in der neuen Listenansicht aller Beiträge und Seiten auch direkt der Name der Seiten/Beiträge in einen Java-Skriptaufruf abgeändert:

Zusätzlich wurde nach Bereinigung die kostenlose Version des empfohlenen Plugins Wordfence installiert.

Wir hoffen mit diesem Beitrag vielleicht auch anderen Vereinen einen Hinweis geben zu können, wie man eine solch geartete Schadsoftware / Maleware ohne professionelle Hilfe selber entfernen kann.

Aufbereitung eines 4er Outrigger Kanus

Nachdem die Aufbereitung beider V4 bereits Anfang 2020 geplant war, hat uns die Coronapandemie leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die vielen Wellen und Auflagen führten letztlich dazu, dass nach zwei Jahren Verspätung jetzt endlich im März 2022 die Aufbereitung beginnen konnte.

Dank der großartigen Vorarbeit (Organisation, Materialbeschaffung) von Roland konnte die Arbeit nach kurzer Absprache schnell begonnen werden. Nur wenige Dinge mussten noch nachgekauft werden (Dichtung, Lack und Pinsel). Martin ergriff die Initiative und stellte seine Garage und die Hofeinfahrt zur Verfügung. Auch das trockene und tagsüber warme Wetter kam den Aufbereitungsarbeiten sehr entgegen.

Claudia, Martin und Andreas meldeten sich auf den Aufruf hin freiwillig um ehrenamtlich die Arbeiten durchzuführen. Vier Termine (á ca. 3 Stunden) plus einige zusätzliche Vorarbeiten und Nacharbeiten von Martin waren schließlich notwendig um eines der beiden V4 wieder auf Vordermann zu bringen.

Folgende Arbeiten waren erforderlich:

  • Transport des Kanus und Lagerung bei Martin
  • Waschen und Säubern der Außenhaut von Verunreinigungnen mit Spezialwaschmittel und Regenwasser
  • Lösen von Aufklebern und Aufkleberrückstenden mit Heisluftföhn und Spatel
  • Nassschleifen der kompletten Außenhaut des Kanus und des Amas mit jeweils zuerst grobem 320er Schleifpapier
  • zweiter Schleifgang mit feinem 600 Nassschleifpapier
  • Abtrocknen
  • Auffüllen kleiner und größerer Löcher und Schrammen mit Epoxidharz-Fieberglas-Gemisch
  • Austrocknen
  • Abschleifen
  • Lackieren in gelber Farbe und austrocknen (bis zu 4 Wiederholungen)
  • Lackieren mit Klarlack (Bootslack) und austrocknen
  • Abschleifen der sich durch das Abrollen des Lacks ergebenden Kleinstblasen

Der Chiemsee Outrigger Canoes e.V. sagt vielen Dank an die Organisatoren und Helfer. Die Aufbereitung des zweiten V4 ist für das Frühjahr 2023 geplant. Das Ergebnis kann sich, den Helfern nach zu urteilen, wirklich sehen lassen. Wir hoffen, dass wir wieder viele Jahre viel Spaß und Freude mit dem zwar nicht neuwertigen aber zumindest wieder sehr anschaulichen neu aufbereiteten V4 Vahine Motu (Hawaiianisch Fraueninsel) haben werden.

Fotos gibt es hier.

Den ursprünglichen Arbeitsplan findet man hier:

ps.
Der Name soll wieder als Aufkleber angebracht werden.

Paddelkönig 2021

Heuer hat der Chiemsee Outrigger Canoes e.V. zum ersten Mal vereinsintern einen kleinen Wettbewerb ausgeschrieben, initiiert von Claudia Felber. Der/diejenige mit den meisten Paddelkilometer wird diesjährige:r Paddelkönig:in.

Insgesamt gab es 32 Ausfahrten. Mit 19 Ausfahrten und 247 km ist Martin Bräther heuer mit großem Abstand klarer Paddelkönig geworden. Viele Fahrten gingen zur Fraueninsel und zurück.

Auf dem 2. Platz landete Andreas Felber mit 172 km bei 14 Ausfahrten.

Eine kleine Anerkennung und natürlich die Königskrone wurde im Rahmen der Arbeiten zur V4-Aufbereitung (wir berichten) übergeben.

Wir hoffen dass für 2022 die Motivation auch für andere Mitglieder steigt, den „Paddelkönig zu stürzen“, wie Martin Bräther seinen Sieg kommentierte.

Chiemsee-Konturfahrt 2021

Lange war es von Claudia und Andreas geplant einmal mit dem Kanu die komplette Kontur des Chiemsees abzufahren. Der spontanen Verkündung in unserer Telegram-Gruppe folgten rasch viele Interessierte, und Rufe nach einer gemeinsamen Vereinsaktion wurden lauter.

Somit ergab es sich, dass die zunächst im kleinen Kreis geplante Tour als allgemeine Vereinsausfahrt ausgeschrieben wurde, leider nicht in der bisher bekannten Form mit Vorausschreibung inklusive detailliertem Tagesablauf, sondern nur als kurze Einladung mit grober Rahmenbeschreibung.

Geplant waren insgesamt zwei Tage, also von Samstag früh bis Sonntag Abend mit Übernachtung auf dem Campingplatz Harras in Prien am Chiemsee. Der Start war in Schützing mit der Konturfahr gegen den Uhrzeigersinn in Richtung Seebruck geplant. Gegen Abend sollte der Campingplatz erreicht werden und am Sonntag wollten wir nach dem Frühstück weiter aufbrechen nach Süden. Das Naturschutzgebiet Hirschauerbucht und Achendelta sollte weiträumig umfahren werden. Damit wäre für den Sonntag ebenfalls wieder eine Strecke von ca. 15 Kilometer geplant gewesen.

Das V4 war schnell besetzt mit Claudia, Andreas und Roland. Der temporär belegte 4. Platz wurde mit unserem neuen Vereinsmitglied Enrico besetzt, aufgrund seiner festen Zusage. Als 5. Teilnehmerin nahm schließlich Stefanie die Konturfahrt im V1 sit-in auf sich. Respekt dafür!

Vorab wurde mit dem Campingplatz vereinbart, dass wir zu 5. mit 4 Zelten anreisen und zwei lange Kanus dabei haben. Bestätigt wurde uns, dass wir auf der Zeltwiese unsere Zelte aufbauen können, wobei es uns sehr verwirrte, dass wir für zwei Stellplätze bezahlen mussten und auch zwei Mal die Reservierungsgebühren. Unsere Zelte auf einer steinigen Ebene, die nur für Wohnmobile geeignet ist, wäre nicht akzeptabel gewesen. Dazu aber später mehr.

Um 10 Uhr am Samstag in der Früh war es dann soweit. Nachdem die Kanus aufgebaut und ins Wasser gelassen wurden verstauten alle kenter-sicher ihr Gepäck. Ja es war viel Gepäck, obwohl nur für eine Übernachtung Proviant und Übernachtungszeug notwendig war. Wir hatten aber auch einen Grill und jede Menge Kaffeekocher eingepackt ;-)

Bis Seebruck ging es tatsächlich der Kontur entlang. Wir fuhren jede noch so kleine Bucht aus. Das Schwierigste dabei war den Untiefen zu entgehen und nicht auf Grund zu laufen. Man bekam hier einen ganz anderen Eindruck vom See im Vergleich zu unseren sonstigen Seeüberquerungen.

Sehr interessant war das Ausfahren der Buchten um Seebruck. Die privaten Stege und Anlegebuchten in sehr verwinkelten Abschnitten hinter dem Strandbad kannten wir noch gar nicht.

Erster Halt war dann zum Frühstück/Brotzeit das Cafe Camping Lambach. Eine ausgiebige Badesession rundete diese Pause ab. Hier merkten wir schon, dass wir entgegen der Planung doch etwas langsamer vorwärts kamen, als wir dachten. Alle waren sich aber einig, dass wir hier eher eine Genußtour als ein Wettrennen veranstalten. Die weiteren Buchten haben wir in gemeinsamer Abstimmung ausgelassen, da zum Nachmittag hin auch die Kräfte etwas nachließen. Speziell die beiden großen Breitbrunner- und Kailbachbucht kürzten wir ab, indem wir gerade zum Urfahrner Spitz querten und von dort aus direkt das gegenüberliegende Ufer auf Höhe des Erlebnisbads Prienavera ansteuerten.

Ohne Pause ging es von dort aus am Ufer entlang bis zur Halbinsel Harras, auf dessen Südseite wir gegen 17 Uhr anlandeten. Soweit war es eine wunderbare Konturfahrt, die uns jedoch alle zum Abend hin sehr schlauchte, da keiner von den Teilnehmern in Wettrennen geübt war, welche über Stunden andauern. Hier macht sich dann doch die Fitness und Ausdauer bemerkbar.

Ein leider böses Erwachen ergab sich dann erst beim Einchecken. Zwei der Teilnehmer mussten aufgrund von fehlenden vollständigen Impfungen bzw. anerkennbaren Nachweisen einen Schnelltest vor Ort machen. Glücklicherweise waren alle Covid19 Tests negativ ausgefallen und wir wollten schnellstmöglich die Zelte aufbauen. Jetzt wies man uns jedoch (wie schon vorangekündigt die beiden Parzellen auf sehr grobkiesigem Grund zu. Eine kurze Inspektion bestätigte: Hier ist kein Zelten möglich. Nach Reklamation und Nachweis des Email-Verkehrs in dem die Bestätigung der Zeltwiese erwähnt war, waren die Campingplatzbetreiber auch angenehmer zu sprechen. Wir bekamen eine mehrfache Entschuldigung mit gleichzeitigem Versuch der Rechtfertigung, da zur Coronazeit im Sommer so viele Anfragen kommen und jetzt im Hochsommer alle Outdoorurlaub machen wollen, die sonst anderweitig unterwegs wären. Hunderte von Emails werden teilweise von unterschiedlichen Mitarbeitern beantwortet, da kann eine Verwechslung schon mal vorkommen. Für uns leider inakzeptabel. Fazit war, dass die Betreiber uns dann auf zwei sehr engen Plätzen verteilt (leider keine Zeltwiese, diese war ausgebucht) unterbrachten. Glücklicherweise haben die dortigen Nachbarn Verständnis dafür und der Abend war mit gemeinsamen Zusammensitzen bei Grillwurst und Bier gerettet.

Wir waren so froh, dass wir dann doch einen ausreichenden (nicht optimalen) Platz für unsere Zelte bekommen haben. Wie gesagt, keine Wiese, aber der Kies war dort doch sehr viel kleiner. Angst hatte nur Andreas um das neue sehr teure hochwertige Ultraleicht Zelt, da es hier zum ersten Mal zum Einsatz kommen sollte, ein 1,6 kg 2-Personen Zelt von Vaude (Power Lizard 2-3P). Auch das Verankern der Heringe war in diesem harten Kiesboden nicht möglich. Dank der großen Stahlnägel, die Roland zusätzlich eingepackt hatte, konnte auch das Ultraleichtzelt fest verankert werden.

Ein nächtliches Bad neben der Bootsanlegestelle rundete schließlich den gemeinsamen Abend ab.

Was uns jedoch etwas verunsicherte war der Wetterbericht für den nächsten Tag. Es war ein sehr starker Sturm mit Starkregen angekündigt, was vor einem Tag noch nicht in dieser Form absehbar gewesen war. Um 7 Uhr sollte das Auge des Sturms direkt über den Campingplatz fegen. Leider war dadurch die Nacht nicht sehr beruhigend.

Um 7 Uhr in der Früh, als langsam Wind aufkam, entschieden sich fast alle Teilnehmer unabhängig voneinander ihre Zelte noch im Trockenen abzubauen und das Frühstück auf später zu verschieben.

Da bei diesem Wetter niemand die Terrasse vor dem kleinen Shop nutzte, konnten wir relativ ungestört dort unseren Kaffee unter Dach kochen und jeder sein Frühstück machen. Der Sturm und Regen setzte dann auch ein, aber weniger stark als angekündigt.

Roland hat sich nach langem Zögern dann doch entschlossen den zweiten Tag nicht mitzupaddeln. Als „Entschädigung“ (was den Paddlern im V4 als willkommenes Abschiedsgeschenk diente) bot er an, sich von seinem Sohn abholen zu lassen und unser gesamtes Gepäck zu uns nach Hause mit dem Auto zu transportieren. Ansonsten hätten die drei verbliebenen Paddler das Gepäck von 5 Personen im V4 mitschleppen müssen (ja im V1 war wenig Platz für alles wichtige an Gepäck).

Nach Verladen des Gepäck und Verabschiedung von Roland und seinem Sohn ging es dann zu dritt im V4 und weiterhin mit Stefanie im V1 los Richtung Heimweg. Diesmal auf kurzem Weg, da das Regenradar erneut einen Schauer gegen Mittag angekündigt hat. Ein weiteres Ausfahren der südlichen Buchten und Uferabschnitte wollten wir deswegen nicht riskieren. Etappenzwischenziel für diesen Tag war die Fraueninsel, die wir nach einer knappen Stunde erreichten.

Nach einer ausgiebigen Pause und mit einem besseren Gefühl für das Wetter konnten wir dann nach einer Stunde den Rest des Rückwegs antreten. Gegen Mittag waren die Kanus dann in Schützing wieder im Regal verstaut. Die Gruppe verabschiedete sich teils ausgepowert und trotzdem happy, dass wir alle die Runde gut gemeistert haben. Wir trafen uns anschließend zur Abholung des Gepäcks auf der Terrasse von Andreas und Claudia. Gemeinsam bei Pizza konnten wir den gelungenen Törn Revue passieren lassen. Vor allem Stefanie konnte auf ihre Leistung stolz sein, ganz allein im V1 die große Chiemseerunde gemeistert zu haben.

Dort angekommen lagen die Gepäckstücke bereits wie bestellt vor Ort.

Mit einigen Auf und Abs erinnern wir uns doch sehr gern an diesen 2-Tages-Törn zurück. Am schönsten, da waren wir uns alle einig, war für uns das gemeinsame Zusammensitzen beim Grillen am Samstag Abend. Die schönsten Erlebnisse beim Paddeln waren die erste Hälfte des Samstags mit den detaillierten Konturausfahrungen am Ost- und Nordufer.

Unser Fazit: wir müssen diesen Törn unbedingt wiederholen, dann aber mit Konzentration auf die uns fehlenden Buchten und mit besserer Vorbereitung und Bestätigung vom Campingplatz. Leider sind wir auf diesen Campingplatz angewiesen, obwohl er uns nicht wirklich als Paddler zugesagt hat. Sehr eng, überlaufen und viele sehr unsympathische für Zelte gänzlich ungeeignete Stellplätze.

Was auch noch zu Erwähnen bleibt, wir haben überhaupt kein Angebot seitens des Campingplatz bekommen, einen Teil unserer überteuerten Reservierungs- und Stellplatzgebühren zurückerstattet zu bekommen. 26 Euro pro Person und Nacht, ohne Fahrzeug und nur mit kleinsten Zelten ist mehr als teuer.

In diesem Sinne, keine Empfehlung für den Campingplatz aber eine klare Empfehlung für eine Konturfahrt. Wir kommen wieder!

Fotos gibt es hier